Zur Person


André Reinisch       
Magister der Philosophie

 
Schon seit meiner Jugend haben mich zwei "Dinge" interessiert: andere Menschen und die Beziehung zu ihnen sowie grundsätzliche Fragen, die das Ganze unseres Lebens, der Welt und unserer Erkenntnis von ihr betreffen.
Nach einer kaufmännischen Lehrzeit und meinem Zivildienst in der Pflege entschloss ich mich - zunächst noch zwischen Schauspiel, Schreiben und Studium schwankend - schließlich zu einem Studium der Philosophie an der Hamburger Universität mit den Nebenfächern Psychologie und Pädagogik.
Im Verlauf meines Studiums war ich als Tutor für Studienanfänger tätig sowie Mitglied einer studentischen Forschungsgruppe zum Thema "Kommunitarismus".

Meine Magisterarbeit war dem Thema "Moraltheorie" gewidmet. In der Auseinandersetzung mit der Diskurstheorie und den moraltheoretischen Positionen von Ernst Tugendhat ging ich der Frage nach, ob sich "Moral" in der Moderne noch begründen lässt.

Mein besonderes Interesse gilt neben philosophischen Fragestellungen und literarischen Interessen den Menschen: mit ihrer jeweiligen Persönlichkeit, ihrer Lebensgeschichte und ihren besonderen Lebenserfahrungen. Die Einmaligkeit jedes Einzelnen habe ich in besonderer und sinnstiftender Weise nicht zuletzt durch meine berufliche Tätigkeit als Trauerredner erfahren.

Als Ehepartner und als Vater habe ich erleben können, was Partnerschaft und was Kinder und die damit verbundene Wiederbelebung der eigenen Kindheit bedeuten können: mit Glücksmomenten, Magie und Fantasie auf der einen, mit Alltagssorgen sowie der Erfahrung, (unweigerlich) mit den eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten konfrontiert zu werden auf der anderen Seite.

An tiefen aufrichtigen Gesprächen schätze ich besonders, dass mit dem Erkenntnisgewinn für beide Gesprächspartner zugleich die Einmaligkeit und Andersartigkeit des jeweils anderen erfahrbar wird.
 
Das Wichtigste im Leben besteht für mich darin, dass wir Erfahrungen, Gedanken und Gefühle miteinander teilen (können).
Dieses Teilen kommt in besonderer Form in einem philosophischen Dialog zum Ausdruck: lebendig und von daher unvorhersehbar und zugleich vernunftorientiert, auf der Suche nach den "jeweils besten Gründen" zur Beantwortung Ihrer Lebensfragen.
Allein schon aus diesem Grund freue ich mich auf den philosophischen Dialog mit Ihnen.
 

Philosophen und philosophische Strömungen, die mich prägten:

 - Friedrich Nietzsche (in meiner Schulzeit/Jugend)
 - Søren Kierkegaard
 - der Existentialismus: Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Albert Camus
 - Hannah Arendt
 - Martin Heidegger
 - die Kritische Theorie: Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Erich Fromm
 - George Herbert Mead
 - Immanuel Kant
 - die Diskursethik: Karl-Otto Apel und Jürgen Habermas
 - Ernst Tugendhat
 - die Spätphilosophie von Ludwig Wittgenstein


Philosophische Themen, mit denen ich mich beschäftigt habe:

 - methodologische Überlegungen zum Begriff des "Begriffs"
 - wissenschaftstheoretische Überlegungen zur Struktur 
   wissenschaftlicher Urteile und Theorien
 - das "Leib-Seele-Problem"
 - Freiheit und Willensfreiheit
 - die Frage: Warum existiert überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
 - moraltheoretische Überlegungen zum Problem, wie Moral nachmetaphysisch 
   begründet werden kann, zur Form und zum Inhalt moralischer Urteile
 - Fragen und Theorien zur Gerechtigkeit und zur Verteilungsgerechtigkeit
 - die Kommunitarismus-Debatte mit der Frage, worin sich Bindungskräfte zum Fortbestand 
   und zur Weiterentwicklung liberaldemokratischer Gesellschaften verorten lassen
 - Fragen nach einer Demokratisierung und Humanisierung 
   der Gesellschaft und ihrer Institutionen
 - die Analyse und Beschreibung von Anerkennungsverhältnissen, bezogen auf 
   rechtliche,  moralische und zwischenmenschliche Beziehungen und Strukturen
 - Philosophieren mit Kindern
 - das Staunen über die Existenz der Welt als Grundlage 
   für eine philosophische Anthropologie
 - die Frage, wie wir mit dem Wissen um den/unseren Tod (sinnvoll) leben können/mit 
   dem Wissen umgehen können, dass wir sterblich sind/wie wir mit unserer Sterblichkeit 
   umgehen sollten/können
 - Fragen nach dem "Sinn des Lebens" und nach dem "Guten Leben"